Sonntag, September 05, 2010
   
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Was ist Demenz

Der Begriff Demenz beinhaltet eine Kombination von Beeinträchtigungen in kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten. Meist ist sie Folge einer chronischen oder fortschreitenden Erkrankung des Gehirns (Alzheimer-Krankheit, Gefäßerkrankungen des Gehirns, Parkinson-Syndrom u.a.). So kommt es zu Störungen von Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassung, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache, Sprechen und Urteilsvermögen. Oft werden diese kognitiven Beeinträchtigungen von Veränderungen der emotionalen Kontrolle, des Sozialverhaltens und der Motivation begleitet. So kommt es zu einer signifikanten Verschlechterung gegenüber einem früheren Leistungsniveau und damit zu erheblichen Beeinträchtigungen im Alltag.

Da die Zahl der an einer Demenz leidenden Menschen mit zunehmendem Lebensalter steigt, die Menschen zudem immer älter werden, gehen wir heute von 1,2 Millionen demenziell erkrankter Menschen in der Bundesrepublik aus.

Für Nordrhein-Westfalen bedeutet dies eine Zahl von mehr als 300.000 Menschen, die zumeist von ihren Angehörigen zu Hause betreut werden. Obwohl die Zahl der pflegenden Angehörigen bundesweit über 1,2 Millionen Menschen geschätzt wird und die meisten Erkrankten zu Hause gepflegt werden, ist das Vorliegen einer Demenz bereits jetzt der häufigste Grund für eine Aufnahme in eine Pflegeeinrichtung. Hier zeigt sich deutlich, wie hoch die psychische und physische Belastung der Angehörigen ist. Die noch immer in der Öffentlichkeit anzutreffende Tabuisierung demenzieller Erkrankungen trägt dazu bei, dass die Betroffenen und ihre Familien nicht die Unterstützung erhalten bzw. in Anspruch nehmen, die sie so dringend benötigen. Eine gezielte Vernetzung professioneller und ehrenamtlicher Hilfsangebote regional und überregional würde die Lebenssituation und den Alltag der an einer Demenz erkrankten Menschen und ihrer Angehörigen deutlich verbessern.

 

 

Stadien der Erkrankung

  

Anfangsstadium – die Symptome

  • Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
  • Wortfindungsprobleme
  • Rasche geistige Erschöpfbarkeit
  • Vor kurzem gefasste Gedanken und Gespräche werden vergessen
  • Antriebsverlust, Interessenlosigkeit
  • Sozialer Rückzug
  • Der Erkrankte nimmt seine Defizite noch wahr
  • Gewichtsverlust

 

 

Mittleres Stadium – die Beschwerden nehmen zu und werden für jeden sichtbar

·         Orientierungsstörungen außerhalb und innerhalb der Wohnung

·         Schwierigkeiten beim Erkennen von Personen

·         Der Erkrankte ist auf die Hilfe Dritter angewiesen

·         Komplexe Handlungen können nicht mehr durchgeführt werden

·         Vernachlässigung von Haushalt, Ernährung und Körperpflege

·         Überforderungsgefühle können zu Reizbarkeit und abwehrendem Verhalten führen

 

 

Spätes Stadium – der Erkrankte ist vollständig  auf Hilfe angewiesen

·         Deutliche Einschränkung der Alltagskompetenz

·         Verlust der Denk- und Erinnerungsfähigkeit

·         Orientierungsverlust Antriebsverlust

·         Der Bezug zur Gegenwart und zum Vergangenen geht verloren

·         Bewegungseinschränkung

·         Es können Schluckbeschwerden auftreten

·         Der Erkrankte braucht umfassende Hilfe

 

Erkrankungsrate nach Alter

 alt


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